Porsche Studie Misson E von vorne (Quelle: Porsche)

Mission E – Porsches Nicht-Antwort auf das Tesla Model S

Gemunkelt wird ja schon lange…ob oder nicht und wenn, wann?

Porsche Mission E von der Seite (Quelle: Porsche)

Porsche Mission E von der Seite (Quelle: Porsche)

Auf der diesjährigen IAA wagt sich Porsche nun mit dem Mission E an die Öffentlichkeit.
Und BOOM der sieht mal richtig schick aus. Aber warum kommt jetzt ein aber?

Nun ja, wir schreiben das Jahr 2015 und auch wenn es neben dem Tesla Model S noch nichts auf dem Markt gibt,
was auch nur annähernd ähnliche Daten bzw. erfolgreich produziert wird. Ist und bleibt es eben dieses Model S,
dass permanent verbessert und angepasst wird. Und nun kommt Porsche und sagt sowas wie „Nein, wir bauen das nicht als Antwort auf den Tesla…wir haben gewartet bis die Zeit reif ist“. Das ist bald schon nicht mehr witzig, denn von bauen kann noch nicht einmal die Rede sein, vor 2018 wird da wohl nichts kommen.

Trotzdem wollen wir uns mal die prognostizierten Daten des Pajun / Mission E ansehen:

  • Reichweite >500km
  • Leistung >440kW
  • 0 -> 100km/h < 3,5 Sekunden
  • Ladezeit bis 80% = 15 Minuten
Cockpit des Porsche Mission E (Quelle: Porsche)

Cockpit des Porsche Mission E (Quelle: Porsche)

Auch im Innenraum scheinen die aktuellen Vorlagen angekommen zu sein, LCD Instrumententafel und auf der Mittelkonsole ein Touchpanel für Heizung und Entertainment.

Instrumente des Porsche Mission E (Quelle: Porsche)

Instrumente des Porsche Mission E (Quelle: Porsche)

Aha, aha, aha…so, so, so?!

Das klingt bis auf die Ladezeit alles nach: „Wir haben es versucht, aber leider nicht ganz geschafft.“ Man vergleiche hierzu das erwähnte Tesla Model S = mehr Leistung, mehr Reichweite, schnellere Beschleunigung und sogar 5 + 2 Sitze.

CCS Anschluss des Porsche Mission E (Quelle: Porsche)

Mission E CCS Anschluss (Quelle: Porsche)

Einziges Alleinstellungsmerkmal wäre die Ladezeit von 15 Minuten. Schaffen soll es CCS, das ist auch der Standard der vom Mutterkonzern VW und den meisten deutschen Herstellern gefördert wird.

Doch wie realistisch ist es das ein Mission E / Pajun wirklich in 15 Minuten aufgeladen würde? Rechnen wir mal ganz simpel nach:

  1. Für >500km Reichweite benötigt man sicherlich um die 100kWh Batteriekapazität (Wir nehmen die Angaben von Porsches Cockpit Bildern mal nicht ernst, denn da haben wir 508km Restreichweite bei 100% Akku, jedoch einen Verbrauch von 602Wh/km, was einen Akku von knapp 300kWh bedeuten würde 😉 )
  2. also 80% von 100kWh wären 80kWh
  3. um diese 80kWh in 15 Minuten wieder in den Batterien zu speichern benötigt man mindestens 320kW Leistung (mit 80kW würde es 1 Stunde dauern…Dreisatz: Stunde durch 4 folgt Leistung mal 4 = 320kW)

Und ist das möglich oder nicht? Hmm, sagen wir mal theoretisch ja, denn der CCS Standard erklärt das perspektivisch bis zu 350kW Leistung möglich werden. Praktisch sind CCS Stationen weltweit in der Minderzahl und haben meist 50kW.

Bleibt eigentlich nur noch eine Frage? Der Preis.

Und hier versetzen wir uns einmal in eine Situation des Alltags in 2018:

Ich stehe mit meinem brandneuen Porsche Pajun an der Ampel und warte schon eine gefühlte Ewigkeit darauf endlich das Beschleunigungspedal bis zum Anschlag zu treten. Da kommt auf der Nebenspur so ein amerikanisches Nicht-Konkurrent-Fahrzeug und hält direkt neben mir.

Die Ampel springt auf grün und ich traue meinen Augen kaum, als diese Limousine ohne mit der Wimper zu zucken (trotz Bodenblech bei mir) einfach davon zieht.

Wie sollte der Preis den ich gezahlt habe im Vergleich zum Tesla Model S nun ausgefallen sein? Höher, gleich oder gar niedriger?

Aus meiner Sicht bleibt für diese Zukunftsvision von Porsche nur eine Hoffnung.

Porsche Mission E von hinten (Quelle: Porsche)

Porsche Mission E von hinten (Quelle: Porsche)

Eine Runde Nürburgring in knapp 8 Minuten, d.h. Dauerleistung und perfekte Strassenlage.  In ihrer Pressemitteilung hat Porsche genau das auch in  Aussicht gestellt.

Also, alles wird gut, wir müssen nur weiter warten und hoffen 🙂

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